Die Zeiten, in denen die eigentliche Kunst der Programmierung in der exzellenten Beherrschung der zugrundeliegenden Programmiersprache lag, sind längst vorbei. Das Vermögen nahezu fehlerfrei zu programmieren ist heutzutage letztlich schon Voraussetzung per se, um in der Branche alt zu werden. Worauf es nunmehr wirklich ankommt, ist die Beherrschung des Stammgeschäfts der Kundenschaft. Das hochgerühmte Motto “Wir verstehen das Geschäft unserer Kunden” ist längst schon Realität. Hoch bezahlte Software-Entwickler sind in diesen Tagen so begehrt, weil sie Branchenlösungen wie im Schlaf beherrschen. Eines dieser besonderen Branchenlösungen, die ganz besondere Anforderungen an die fachlichen Geschäftsmodelle stellt, ist die Zahnarztsoftware.
Hierbei gilt es, einige Einsatzbereiche der branchenweit eingesetzten Zahnarztsoftware zu unterscheiden. Das Gros der Lösungen betrifft das Ordinationsmanagement sowie die Abrechnung, häufig sind diese Versionen unter Windows erhältlich und helfen der Assistenz im Vorzimmer, die meist unter Zeitdruck ablaufenden Koordinationstätigkeiten zeitnahe und vor allem parallel unter einen Hut zu bringen. Das Hauptkriterium ist hier, die im Praxisalltag ablaufenden Prozesse so lückenlos wie möglich zu erfassen, um die reibungslose Abrechnung zu Quartalsende – idealerweise per Knopfdruck – zu gewährleisten. Für diese Art der Zahnarztsoftware existieren bereits eine Vielzahl an Lösungen, die vor dem tatsächlichen Erwerb im Detail miteinander verglichen werden sollten.
Komplexer und technisch auch von der Programmierung her um einiges herausfordernder sind die Software-Lösungen, mit denen die Zahnmediziner während ihrer fachlichen Tätigkeit – also direkt am Patienten – arbeiten. Vor allem auf die zahnärztliche Diagnostik wird großes Augenmerk gelegt, so versucht die mit der Programmierung von Zahnarztsoftware beschäftigte Branche die in der Gesellschaft derzeit hochgehaltene Thematik der 3D-Visualisierung in die eigenen Programme mit einzubinden. Hier trifft sich das zur Verfügung stellen technisch-grafischer Möglichkeiten mit dem innerhalb der Medizin existenten Bestreben, dem Patienten als Laien so gut wie nur möglich Diagnose und Prophylaxe nahezubringen. Mit dieser neuesten Generation der Zahnarztsoftware wird das zahnmedizinische Problem des Patienten diesem in 3D vor Augen geführt. Vor allem Kindern hilft diese durch komplexe Programmierung geschaffene Funktionalität Ängste vor dem zahnärztlichen Eingriff zu nehmen, da sie ihre akute Situation nahezu plastisch begreifen können. Aber auch den Erwachsenen ist damit geholfen, wenn sie beispielsweise auf dem Bildschirm unter den Erklärungen des Zahnmediziners sehen können, wie ein bevorstehender Eingriff – etwa eine Wurzelresektion – vorgenommen werden wird.
Ohne modernste Programmiertechniken wäre dieser Quantensprung in der Zahnarztsoftware niemals möglich gewesen.